Leber
Steatohepatitis – nichtalkoholisch (MASH)
Leberentzündung durch vermehrte Einlagerung von Fett in der Leber
Der Begriff MASH (Metabolisch assoziierte Steatohepatitis) wurde in den 80er Jahren eingeführt, um Leberschäden zu klassifizieren, die ohne Genuss von Alkohol auftreten.
Histologisch bestehen jedoch die gleichen Kriterien wie bei der alkoholbedingten Fettleber: Wabig veränderte Leberzellen, Einlagerung von Bindegewebs- sowie Entzündungszellen in das Lebergewebe oder auch absterbende Leberzellen. Diese Merkmale sind bei der MASH aber weniger ausgeprägt als bei der alkoholbedingten Fettleber. Sogenannte Mallory-Körperchen (= alkoholisches Hyalin) treten weniger häufig auf.
Was sind die Ursachen einer MASH?
Fest steht, dass an einer Leberzellverfettung, Entzündungsreaktionen und auch eine Hyperinsulinämie beteiligt sind. Als Hauptursachen sind vor allem Übergewicht, zu hohe Blutfette (Hyperlipidämie) und ein erhöhter Blutzucker (Diabetes mellitus) zu nennen. Medikamente wie Amiodaron, Östrogene oder Glukokortikoide können aber ebenfalls eine MASH auslösen.
Die MASH ist ein häufiger Zufallsbefund, der infolge einer im Ultraschall vergrösserten Leber (Hepatomegalie) oder im Rahmen einer Erhöhung der Leberwerte (GOT,GPT) unklarer Ursache gestellt wird. Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt stark zu. Es besteht eine Schätzung, dass in 20 Jahren die meisten Fälle einer Leberzirrhose durch eine MASH bedingt sein werden.
Was sind die Symptome einer MASH?
Der Grossteil der Patienten ist beschwerdefrei. Untypische Symptome, wie Völlegefühl oder rechtsseitige, drückende Oberbauchbeschwerden könnten aber durchaus ein Hinweis sein.
Wie wird eine MASH diagnostiziert ?
Bevor die Diagnose MASH gestellt wird, müssen andere virale, autoimmune und stoffwechselbedingte Leberkrankheiten ausgeschlossen werden. Weiterhin bedarf es einer genauen Anamnese, einer sorgfältigen klinischen Untersuchung und möglicherweise auch einer Leberbiopsie, um die Diagnose zu sichern.
Welchen Verlauf hat eine MASH?
Die Befunde der MASH sind vielfältig. Sie reichen von kontrollbedürftigen Veränderungen bis zur Zirrhose, wobei der Grossteil der Patienten eine gute Prognose hat. Das grösste Risiko für einen zunehmenden narbigen Umbau (Fibrosierung) haben ältere, übergewichtige Patienten, vor allem, wenn in der Histologie bereits eine fortgeschrittene Entzündungsreaktion nachweisbar ist.
Wie wird eine MASH therapiert?
Die Behandlung einer MASH ist problematisch. Viele Patienten, bei denen sich die Leberveränderungen als gering erweisen und nicht fortschreitend sind, bedürfen keiner Therapie.
Eine vorsichtige Gewichtsreduzierung, optimale Diabeteseinstellung und Behandlung einer Hypercholesterinämie sind für die erfolgreiche Rückbildung einer MASH förderlich. Bei einer Gewichtsreduktion von 10% normalisieren sich bei 90% der Patienten die Leberwerte. Radikaldiäten sind nicht zu empfehlen, da dies unter Umständen die Entzündungsreaktion verstärkt und somit einen gegenteiligen Effekt bewirkt. Der Einsatz von Medikamenten, welche die Stoffwechselsituation beeinflussen, ist immer noch Gegenstand von Studien.