Darm
Malabsorptionsstörungen
Wenn der Körper Nährstoffe nicht vollständig aufnehmen kann
Malabsorption bezeichnet eine Störung der Nährstoffaufnahme aus der Nahrung. Dabei werden Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette nicht ausreichend verdaut, im Darm nur ungenügend aufgenommen oder nicht richtig weitertransportiert. Dadurch kann es zu Mangelzuständen an wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen kommen.
Typische Beschwerden sind voluminöse, fettige und übelriechende Stühle, Blähungen sowie bei Kindern Wachstumsstörungen.
Was sind die Ursachen einer Malabsorption?
Die Ursachen einer Malabsorption sind vielfältig.
› Das Bauchspeicheldrüsenenzym Lipase verdaut die Fette zu kleinen Bestandteilen, welche durch die Gallensäuren (welche von der Leber gebildet werden) in eine aufnehmbare Form gebracht werden. Das Bauchspeicheldrüsenenzym Amylase verdaut die Zucker zu aufnehmbaren Bestandteilen. Pepsin aus dem Magen beginnt die Verdauung von Eiweissen und aktiviert weitere Bauchspeicheldrüsenenzyme. Dadurch können Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, des Magens und der Leber zu einer Malabsorption führen.
› Andere Erkrankungen wie die Glutenunverträglichkeit (Zoeliakie, Sprue), der Vitamin B12-Mangel, der Morbus Crohn oder die Colitis ulzerosa führen über einen autoimmunen Weg zu einer verminderten Aufnahme von allen oder einzelnen Nährstoffen und Vitaminen.
› Auch ein falscher pH-Wert im Magendarmtrakt kann zu einer fehlenden Aktivierung von Enzymen und somit zu einer Malabsorbtion führen.
› Typisch und jedem bekannt ist natürlich eine akute Infektion (infektiöse Gastroenteritis), welche über die Entzündungsreaktion zu zeitlich begrenzten, beeindruckenden Diarrhoen führen kann. Chronische Infektionen sind selten, kommen aber auch bei postoperativ ausgeschalteten Darmschlingen, bakterieller Ueberwucherung und Divertikeln vor.
› Auch Zuckerunverträglichkeiten (Laktose-, Fruktose-, Sorbitintoleranz) kann zu einer Malabsorption führen.
Welche Symptome macht eine Malabsorption?
Als Folge der nichtaufgenommenen Nährstoffe kommt es zu einem Durchfall (Diarrhoe), fettigen Stuhlgängen (Steatorrhoe), Blähungen und abdominellen Schmerzen. Speziell der fettige, weiche, übelriechende Durchfall (Steatorrhoe) ist das häufigste Symptom.
Durch die fehlende Aufnahme kommt es häufig zu einem Gewichtsverlust trotz ausreichender Essmenge und zu Gedeihstörungen bei Kindern. Aufgrund des Mangels an Vitaminen und Mineralien kann es zu einem Verlust der Periode (Amenorrhoe) oder auch einer Blutarmut (Anämie) kommen.
Wie erfolgt die Diagnose einer Malabsorption?
Die Diagnose einer Malabsorption erfolgt durch eine gute Befunderhebung (Anamnese), Labordiagnostik zur Feststellung der Art des Mangels, Atemteste zur Erfassung einer Zuckerresorbtionsstörung (Laktosemangel, bakterielle Überwucherung), Stuhlteste (Bakterien, Amöben, Elastase, Helicobacter pylori, Calprotectin, Fettgehalt), einer Sonographie, ggf. einer oberen und unteren Endoskopie (Gastroskopie, Koloskopie) und ggf. einer Kernspintomographie des Abdomens.
Verschiedene spezielle Untersuchungen, Resorptions- und Funktionsteste können noch angeschlossen werden.
Wie wird eine Malabsorbtion behandelt?
Nach ausführlicher Erhebung der Krankengeschichte und Diagnostik erfolgt die Behandlung der Grunderkrankung, d.h. z.B. werden Bakterien eradiziert oder Bauchspeicheldrüsenenzyme ersetzt und auf eine normale Funktion der Organe hingearbeitet.
Gezielt und auch schon vor dem Abschluss der Diagnostik erfolgt das Ersetzen der fehlenden Vitamine, Spurenenlement und Mineralien.