Therapien
Infusionstherapie
Biologika bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED)
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind langfristige Erkrankungen des Verdauungssystems. Sie verlaufen meist in Schüben, das bedeutet: Phasen mit Entzündungen und Beschwerden wechseln sich mit beschwerdefreien Zeiten ab.
Da diese Erkrankungen derzeit nicht heilbar sind, besteht das Ziel der Behandlung darin, Entzündungen zu kontrollieren, Schübe zu reduzieren und eine möglichst lange Beschwerdefreiheit (Remission) zu erreichen.
Eine wichtige moderne Behandlungsmöglichkeit ist die Infusionstherapie mit Biologika.
Wann wird eine Therapie mit Biologika eingesetzt?
Zu Beginn der Behandlung wird in der Regel eine Standardtherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten durchgeführt. Häufig werden dabei:
- Cortisonpräparate
- sowie entzündungshemmende Medikamente (z. B. 5-ASA-Präparate)
über mehrere Wochen eingesetzt.
Wenn mit dieser Behandlung keine dauerhafte Remission erreicht werden kann oder die Erkrankung einen schwereren Verlauf zeigt, kann eine Biologika-Therapie sinnvoll sein.
Was sind Biologika?
Biologika sind biotechnologisch hergestellte Medikamente, die gezielt in das Immunsystem eingreifen.
Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen reagiert das Immunsystem fälschlicherweise gegen den eigenen Darm. Biologika blockieren gezielt bestimmte Entzündungsbotenstoffe oder Immunreaktionen, die diese Entzündung auslösen.
Dadurch kann:
- die Entzündung im Darm reduziert
- die Häufigkeit von Krankheitsschüben verringert
- und die Lebensqualität deutlich verbessert werden.
Heute stehen mehrere moderne Biologika zur Verfügung, sodass die Therapie individuell an Diagnose und Krankheitsverlauf angepasst werden kann.
Wie läuft eine Infusionstherapie mit Biologika ab?
Vor Beginn der Behandlung erfolgt eine sorgfältige medizinische Abklärung, um sicherzustellen, dass die Therapie für Sie geeignet und sicher ist.
Die Infusionstherapie läuft in der Regel folgendermaßen ab:
- Die Behandlung erfolgt in unserer Praxis.
- Das Biologikum wird über eine Vene intravenös verabreicht.
- Während der Infusion werden Sie medizinisch überwacht, um mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
- Nach der Infusion bleiben Sie noch kurze Zeit zur Beobachtung.
Die Behandlung ist in der Regel langfristig angelegt. Die meisten Infusionen erfolgen etwa alle 8 Wochen.
Einige Biologika können alternativ auch als Spritze unter die Haut (subkutane Therapie) verabreicht werden.
Vorteile der Biologika-Therapie
Die moderne Biologika-Therapie hat die Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa in den letzten Jahren deutlich verbessert.
Mögliche Vorteile sind:
- deutliche Reduktion der Entzündungsaktivität
- weniger Krankheitsschübe
- Verbesserung der Lebensqualität
- lange Behandlungsintervalle (häufig nur alle 8 Wochen)
- gezielte Wirkung auf das Immunsystem
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken
Wie bei allen wirksamen Medikamenten können auch bei Biologika Nebenwirkungen auftreten.
Dazu gehören zum Beispiel:
- allergische Reaktionen während oder nach der Infusion
- erhöhte Infektanfälligkeit, da das Immunsystem beeinflusst wird
Vor Beginn der Therapie wird daher unter anderem geprüft, ob eine frühere Tuberkulose-Infektion vorliegt, da diese unter der Behandlung wieder aktiviert werden könnte.
Während einer Biologika-Therapie gilt außerdem:
- Lebendimpfstoffe dürfen nicht verabreicht werden
Ihr behandelndes Ärzteteam bespricht alle wichtigen Punkte ausführlich mit Ihnen.
Individuelle Beratung zur Biologika-Therapie
Ob eine Infusionstherapie mit Biologika für Sie sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – darunter die genaue Diagnose, der Krankheitsverlauf und frühere Behandlungen.
In einem persönlichen Gespräch klären wir:
- welche Therapieoptionen für Sie geeignet sind
- welches Biologikum infrage kommt und
- wie die Behandlung optimal geplant werden kann.
Häufige Fragen (FAQ) zur Biologika-Therapie:
› Wie oft muss eine Biologika-Infusion durchgeführt werden?
In vielen Fällen erfolgt die Infusion etwa alle 8 Wochen. Das genaue Intervall hängt vom verwendeten Medikament und dem individuellen Krankheitsverlauf ab.
› Ist eine Biologika-Therapie eine Dauertherapie?
Ja. Biologika werden in der Regel langfristig eingesetzt, um die Entzündung dauerhaft zu kontrollieren und neue Krankheitsschübe zu verhindern.
› Tut eine Infusion weh?
Die Infusion erfolgt über eine Venenkanüle im Arm und wird von medizinischem Fachpersonal durchgeführt. Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden die Behandlung als gut verträglich.
› Gibt es Alternativen zur Infusion?
Ja. Einige Biologika können auch als Spritze unter die Haut verabreicht werden. Welche Therapieform geeignet ist, hängt von Diagnose und Medikament ab.