Gastritis und Dünndarmgeschwüre
Magenentzündung (Gastritis) und Dünndarmgeschwüre (Ulkus duodeni) behandeln
Eine Magenentzündung entsteht, wenn der Schutzmantel des Magens durch einen vermehrten Gebrauch oder eine verminderte Bildung zu dünn wird und die Magensäure die Wand angreift, reizt oder sogar zerstört (Ulkus).
Bei der Magenentzündung wird zwischen der akuten und der chronischen Form unterschieden.
Akute Magenentzündung (Gastritis)
Eine akute Magenentzündung entsteht meist durch Einwirkung von aussen und wird häufig durch übermässiges Essen, Alkohol, Medikamente (NSAR, Aspirin, Kortikosteroide, Zytostatika), Infekte oder auch Stress ausgelöst. Solchen Stress kann neben der Belastung im täglichen Leben zum Beispiel eine Operation, ein Trauma oder auch Leistungssport (Runners stomach) auslösen.
Beschwerden
Die Beschwerden reichen von Magenschmerzen, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Aufstossen, Übelkeit bis zu unangenehmen Geschmack im Mund. Im schlimmsten Fall wird die Magenwand angefressen, was als Ulkus bezeichnet wird und natürlich ein Risiko für eine Blutung darstellt.
Behandlung
Die Therapie besteht vor allem im Weglassen der auslösenden Ursache, zeitweiliger Nahrungskarenz, Therapie von Übelkeit und der kurzfristigen Gabe von Säureblockern. Hierunter kommt es dann in der Regel zu einer raschen Ausheilung.
Behandlung der akuten Gastritis
Die Therapie konzentriert sich auf:
- Vermeidung der auslösenden Ursachen
- Kurzzeitige Schonung des Magens (z.B. leichte Kost oder Nahrungskarenz)
- Behandlung von Übelkeit
- Kurzfristiger Einsatz von Säureblockern (Protonenpumpenhemmern)
In den meisten Fällen heilt die akute Gastritis rasch und vollständig aus.
Chronische Magenentzündung (Chronische Gastritis)
Die chronische Magenentzündung verursacht meist wesentlich weniger Symptome als eine akute Magenentzündung und ist durch einen längeren Verlauf gekennzeichnet. Typische Beschwerden sind z.B. Magenschmerzen, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Aufstossen, Übelkeit bis zu einem unangenehmen Geschmack im Mund.
Ursache: Typ B-Gastritis, Helicobacter pylori (80%)
Häufig (circa 1% pro Lebensjahr) ist die Infektion mit Helicobacter pylori, einem Bakterium, welches im sauren Umfeld des Magens überleben kann und eine chronische Entzündung verursacht. Durch diese dauerhafte Entzündung kommt es zu einer Verdünnung der Magenwand (Atrophie) und einer Verminderung der säurebildenden Belegzellen im Magen. Zusätzliche Faktoren wie säurehaltige Nahrungsmittel (Fruchtsäfte, Essig, Tomatensauce) oder säureproduzierende Nahrungs- und Genussmittel (Kaffee, Nikotin, Wein, Schnaps) führen dann um so mehr zu Beschwerden. Es können Magen- und Duodenal-(Zwölffingerdarm)- geschwüre (Ulzera ventrikuli, Ulzera duodeni) entstehen. Über die Atrophie der Magenschleimhaut kommt es zusätzlich zu einem erhöhten Risiko für Magenkrebs.
Die Erkrankung wird am besten durch eine Magenspiegelung mit Probeentnahmen diagnostiziert und ist mit Antibiotika und Säurehemmern problemlos zu behandeln.
Ursache: Typ A-Gastritis (5%), Typ C-Gastritis (15%)
Bei der Typ A-Gastritis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die säurebildenden Belegzellen des Magens (Parietalzellen, ATPase) und den Intrinsic Factor. Dies führt zu einer Verminderung der Säurebildung im Magen, und durch das Fehlen des Intrinsic Factor, welcher das Vitamin B 12 durch die Darmwand schleust, zu einer schlechten Verdauung und einem Vitamin B12- Mangel (pernizöse Anämie, Blutarmut).
Die chemische Gastritis (Typ C) ist eine Entzündung der Magenschleimhaut durch Medikamente (NSAR – nichtsteroidale Antirheumatika, Aspirin) oder durch Rückfluss von alkalischer Galle aus dem Zwölffingerdarm in den Magen. Da der Magen nur einen Schutz gegen Säure bildet, kommt es im letzteren Fall auch zu einer Entzündung, welche auf die Gabe von Säureblockern nicht anspricht.
Behandlung der chronischen Gastritis
Die Diagnose erfolgt mittels Gastroskopie mit Gewebeprobe.
1.Helicobacter pylori (Typ B-Gastritis):
Die Behandlung ist in der Regel unkompliziert und umfasst:
- Antibiotika (zur Bekämpfung von Helicobacter pylori)
- Säurehemmende Medikamente
2. Autoimmune Gastritis (Typ A-Gastritis):
Da die Ursache eine Autoimmunreaktion ist, steht bei der Therapie nicht die Säurehemmung, sondern die Folgenbehandlung und Überwachung im Vordergrund:
- Vitamin-B12-Ersatz (meist lebenslang, oft als Injektion)
- Kontrolle und ggf. Behandlung einer Anämie
- Regelmässige endoskopische Kontrollen (erhöhtes Risiko für Magenveränderungen)
3. Chemisch-toxische Gastritis (Typ C-Gastritis):
Hier steht bei der Therapie die Beseitigung der Ursache im Zentrum:
- Auslösende Medikamente reduzieren oder absetzen (z. B. NSAR, Aspirin – nur nach ärztlicher Rücksprache!)
- Bei Bedarf Umstellung auf magenschonendere Alternativen
- Protonenpumpenhemmer (PPI) können helfen, wirken aber oft weniger gut als bei säurebedingter Gastritis
- Schutzpräparate für die Magenschleimhaut (z. B. Sucralfat)
- Bei Gallereflux ggf. prokinetische Medikamente oder weitere spezialisierte Therapie