Mikroskopische Kolitis
Durchfall durch Darmwandveränderungen
Bei der mikroskopischen Kolitis handelt es sich um einen Auslöser von Durchfallerkrankungen, welche in der durchgeführten Dickdarmspiegelung mit einem völlig normalen Aussehen der Darmschleimhaut einhergehen. Die Diagnose ist nur anhand von ausführlichen Gewebsproben aus allen Abschnitten des Darmes und Analyse derselben unter dem Mikroskop des Pathologen möglich.
Die Entstehung ist nicht ganz klar. Es wird eine Ursache über mehrere Faktoren angenommen (multifaktorielle Genese). Ein möglicher Verursacher sind Medikamente (NSAR). Es werden zwei Formen unterschieden: Zum Einen die kollagene Kolitis mit einer Verdickung der Bindegewebsfasern in der Darmwand und zum Anderen die lymphozytäre Kolitis mit Entwicklung einer Entzündungsreaktion in der Darmwand (Häufigkeit für beide 2-3/100.000).
Die Erkrankung führt jeweils dazu, dass Flüssigkeit aus dem Darm nicht mehr gut zurück in den Körper aufgenommen werden kann, wodurch Durchfall entsteht. Beide Erkrankungen nehmen seit Jahren in der Häufigkeit deutlich zu und betreffen mehr Frauen als Männer (5:1). Das Lebensalter liegt meist über dem 60. Lebensjahr.
Symptome
Das Hauptsymptom ist die Entwicklung von wässrigen Durchfällen über mehr als 4 Wochen, welche auch in Schüben auftreten können. Eine infektiöse Ursache, Sprue oder Laktoseintoleranz muss vor möglicher einerDiagnosestellung ausgeschlossen werden. Häufig kommt es zu Gewichtsverlust, Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen und nächtlichen Durchfällen. Die Diagnose ist nur über eine Koloskopie (Dickdarmspiegelung) möglich.
Therapie
Die Therapie besteht in der Gabe eines lokal wirkenden Kortisons im Darm (Budesonid), welches in langsam absteigender Dosierung verabreicht wird. Die Erkrankung spricht hierauf häufig sehr gut und rasch an. Da die Therapie symptomatisch, d.h. nicht heilend, erfolgt, kann es nach der ersten Diagnose, zu Rückfällen kommen. Diese sprechen aber jeweils wieder gut auf die Therapie an und die symptomfreien Intervalle werden immer länger. Da die Behandlung mit einem lokal wirksamen Kortison erfolgt, ist die Verträglichkeit insgesamt sehr gut und die Nebenwirkungen der Therapie für den Körper gering. Häufig kommt es dann auch zu langjährigen beschwerdefreien Intervallen.