Morbus Crohn

Darmerkrankung durch eine autoimmune Fehlreaktion

Der Morbus Crohn gehört mit der Colitis ulzerosa zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Die Häufigkeit beträgt circa 5/100.000/Jahr mit einem Erkrankungsgipfel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Es besteht eine familiäre Häufung. Der genaue Mechanismus der Krankheitsentstehung ist noch unbekannt. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der durch eine Aktivierung der lymphatischen Zellen mit Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen eine lokale Gewebsschädigung mit Entzündung und Geschwürbildung im Darm auftritt. Obwohl der Morbus Crohn an allen Stellen des Verdauungstraktes vorkommen kann, sind meist der endständige Dünndarm (terminales Ileum) und der Dickdarm (Colon) betroffen. Der Morbus Crohn ist leider derzeit nicht heilbar, aber gut zu behandeln.

Beschwerden

Die Symptome des Morbus Crohn sind vielfältig. Häufig treten neben einem generellen Krankheitsgefühl krampfartige Beschwerden im Bauchraum und Durchfälle (Diarrhoe) auf. Die Diarrhoe ist häufig mit Schleim- und auch Blutauflagerungen verbunden. Es können leichte Temperaturerhöhungen auftreten.

Oft kommt es zu Mangelzuständen durch die fehlende Aufnahme von Vitamin B12, Zink, Folsäure und Eisen. Bei Kindern können hierdurch Wachstums- und Gedeihstörungen auftreten.

Keines der genannten Symptome ist zwingend immer vorhanden.

Weiterhin kommt es vermehrt zu Erkrankungen ausserhalb des Darmes mit Augenentzündungen (Episkleritis), Gelenkentzündungen (Arthritis), Morbus Bechterew und Leberentzündungen (primär sklerosierende Cholangitis).

Verlauf

Der Morbus Crohn befällt den Darm meist in einzelnen Abschnitten, zwischen denen sich gesundes Darmgewebe findet. Die Entzündung betrifft alle Darmwandschichten.

Der Verlauf der Erkrankung ist schubweise und individuell stark verschieden. Es sind Schübe im Abstand von Jahren und Jahrzehnten möglich, während andere Patienten nur kurze krankheitsfreie Zeiträume aufweisen.

Komplikationen können durch die entzündliche Schrumpfung des Darmdurchmessers (Stenosen) oder durch Ausbildung von Fistelgängen entstehen. Es ist immer eine enge Anbindung an den behandelnden Arzt notwendig.

Die Diagnose erfolgt durch eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie), bei der in allen Darmabschnitten schmerzlos Gewebeproben entnommen werden. Diese werden feingeweblich (histologisch) untersucht und dadurch die Diagnose gesichert. Da die Erkrankung alle Darmabschnitte betreffen kann, ist nach der Diagnosestellung auch noch eine zusätzliche Magenspiegelung erforderlich.

Therapie

Bei einigen Patienten kann eine Anpassung der Ernährung die medikamentöse Therapie unterstützen. So  ist bei nachgewiesenem Laktasemangel (ca. 30% der Patienten) eine milchzuckerfreie Ernährung anzuraten, fehlende Vitamine und Spurenelemente werden substituiert.

Eine wirksame Morbus-Crohn-Diät gibt es nicht. Alle Nahrungsmittel, welche vertragen werden, können auch gegessen werden (Eliminationsdiät). Im akuten Schub ist eine ballaststofffreie Kost notwendig. Bei sehr schwerem Krankheitsverlauf kann auch eine kurzfristige Ernährung über die Vene notwendig werden.

Heute stehen hochwirksame Medikamente zur Verfügung, welche entweder kurzzeitig hochdosiert mit raschem Ausschleichen (Schubtherapie bei Kortison) oder auch dauerhaft als Erhaltungstherapie gegeben werden.  Mit den modernen, gezielt wirkenden Medikamenten, sogenannten Biologika, kann auch bei schweren Verläufen eine Symptomfreiheit mit keinen oder wenigen Nebenwirkungen erreicht werden.

Bei Auftreten von Komplikationen wie Stenosen oder Fisteln kann auch eine antibiotische Behandlung, endoskopische Aufdehnung oder chirurgische Therapie notwendig werden. Die Therapie richtet sich stark nach den vorhandenen Symptomen, dem Verlauf und den Begleiterkrankungen. Hier ist eine enge Rücksprache, Anbindung und Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt notwendig.

Wichtig ist eine rasche Rücksprachemöglichkeit bei Problemen oder Symptomen.