Autoimmunhepatitis
Eine seltene chronische Lebererkrankung
Die Autoimmunhepatitis macht etwa 5% aller chronischen Leberkrankheiten aus. Die Begriffe autoimmun (Bestandteile des Immunsystems richten sich gegen den eigenen Körper) und Hepatitis (Leberentzündung) beschreiben die Vorstellung über die Entstehung dieser Erkrankung. Man nimmt an, dass der Körper sich im Sinne einer Immunantwort mit Antikörperbildung gegen die eigenen Leberzellen richtet und diese zerstört. Die Folge ist letztendlich, über die dauerhafte Entzündung, eine Anhäufung von Narbengewebe (Fibrose) mit dem möglichen Endstadium einer Leberzirrhose.
Wer ist betroffen?
Betroffen sind vorwiegend Frauen, deren Alter häufig unter 30 liegt.
Eine familiäre Häufung der Erkrankung kann beobachtet werden. Als Auslöser der Erkrankung werden unter anderem Hepatitis A-, B-, C- und D-Viren sowie Herpes-Viren, Arzneimittel und Umweltgifte diskutiert. Eine exakte Erklärung der Krankheitsentstehung fehlt allerdings bislang. Erkrankte Menschen zeigen meistens ganz unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Fieber, Übelkeit, Gewichtsverlust, eventuell auch Gelenkschmerzen oder wiederholte Augenentzündungen. In ca. 10% der Fälle finden sich keine Symptome. Gehäuftkommt es zu einer Kombination mit autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen, Rheuma, Vitiligo, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Gefässentzündungen.
Welche Therapie ist empfohlen?
Man unterteilt die Autoimmunhepatitis in 2 Untertypen, die mit Hilfe des Nachweises von unterschiedlichen Antiköpern definiert werden. Der Typ 1 mit dem Nachweis von ANA und SMA ist bei weitem der häufigste. Die Diagnostik der Erkrankung stützt sich im Wesentlichen auf erhöhte Leberenzymwerte, den Nachweis der Autoantikörper sowie eine histologische Leberuntersuchung.
Die Therapie der autoimmunen Leberentzündung besteht in einer medikamentösen Hemmung des Immunsystems. Dies geschieht durch eine immunsuppressive Therapie, bestehend aus einem Kortisonpräparat in Kombination zum Beispiel Azathioprin, welche über mehrere Jahre eingenommen werden muss. Ein Auslassversuch der Medikamente ist nach 2 Jahren mit normalen Leberwerten möglich, hat jedoch eine hohe Rückfallrate, so dass häufig eine lebenslange Therapie erfolgen muss. Die Prognose ist bei erfolgreicher Therapie sehr gut und es kommt zu einer normalen Lebenserwartung.