Leberzirrhose

Ausgepägter Leberschaden durch übermässige Vernarbung

Der Begriff Leberzirrhose steht für einen überwiegenden narbigen Umbau der Leber mit Untergang von Leberzellen, Beeinträchtigung der Gefässversorgung und einer Vermehrung von funktionslosem Bindegewebe. Zu vergleichen ist dieser Zustand mit einer ausgeprägten Vernarbung. Statistisch gesehen sind Männer wesentlich häufiger betroffen als Frauen.

Ursachen der Leberzirrhose

Die zugrundeliegenden Ursachen einer Leberzirrhose sind vielfältig. Der chronische Alkoholabusus mit ca. 40% die häufigste Ursache der Zirrhose, gefolgt von der chronischen Hepatitis B und C mit etwa 35%. Auch Stoffwechselerkrankungen können zu einer Leberzirrhose führen. Hierzu gehören zum Beispiel die Hämochromatose (Eisenstoffwechselstörung) und der Morbus Wilson (Kupferstoffwechselstörung). Auch eine autoimmune Ursache der Leberzirrhose ist möglich. Hierbei werden Antikörper gegen Leberzellen gebildet - die Autoimmune Hepatitis.

Auch Antikörper gegen die Gallengänge können eine Leberzirrhose verursachen. Diese führen zu einer Entzündung der Gallengänge. Diesbezügliche Erkrankungen sind die primär biliären Zirrhose (PBC) oder die primär sklerosierenden Cholangitis (PSC).

Ausserdem können natürlich Medikamente oder giftige Stoffe Grund einer Leberzirrhose sein. In einigen Fällen lässt sich keine Ursache finden. Diese Form nennt man kryptogene Leberzirrhose.

Symptome und Diagnostik einer Leberzirrhose

Einige der Patienten klagen im frühen Stadium über uncharakteristische Beschwerden wie Leistungsminderung und Druckgefühl im rechten Oberbauch. Häufig bestehen aber auch gar keine Symptome.

Im späterem Krankheitsverlauf kann es zur Entwicklung einer Gelbsucht, einer Bauchwassersucht (Aszites) oder (durch Bildung von Blutumgehungskreisläufen) zu Blutungen aus der Speiseröhre kommen.

Im Vordergrund der Untersuchungen steht die Klärung und Behandlung der Ursache, die Beurteilung der Leberfunktion sowie die Erfassung von Komplikationen. Da die Leberzirrhose als Gewebeumbau definiert ist, wird zur ihrer Sicherung meist eine Leberpunktion durchgeführt.

Schweregrade

Zur Einteilung in Schweregrade hat sich die sogenannte Child-Pugh-Klassifikation bewährt, die verschiedene klinische und laborchemische Parameter umfasst und diese mit Punkten belegt. Nach diesem Punktesystem lassen sich die Grade Child-Pugh A – C unterteilen.

Behandlung

Wichtig bei der Therapie ist stets die Behandlung der Grundursache, da sich hierdurch die Leberfunktion im Regelfall deutlich verbessert. In Stadium A sind zusätzlich halbjährliche sonographische Verlaufskontrollen zu empfehlen. Im Stadium B und C steht zusätzlich die Therapie der Komplikationen im Vordergrund.

Bei bestehender Leberzirrhose sollten alle zusätzlichen Gifte wie Alkohol und nicht zwingend notwendige Medikamente strikt gemieden werden, sowie eine Therapie der Grunderkrankung erfolgen. Es ist ein enger Kontakt zum behandelnden Arzt (Anpassung der Therapie, Durchführung der entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen etc.) notwendig.
In ausgeprägten Fällen kann eine Lebertransplantation notwendig werden. Die Festlegung des Zeitpunktes ist schwierig und erfordert vom behandelnden Arzt grosse Erfahrung und das dadurch entwickelte Fingerspitzengefühl.